NaturStudienReise nach Borneo - Sarawak und Sabah

Termin: ca. 19. August bis 6. September 2021

Borneo, die 3. größte Insel der Erde, liegt direkt am Äquator. Wir wollen die malayischen Bundesstaaten Sarawak und Sabah bereisen und dabei die fantastische und einzigartige Natur dieser Insel erkunden sowie die spannenden Städte Kuching und Kota Kinabalu besichtigen. Wir unternehmen Exkursionen zu vorgelagerten Inseln, wir erkunden Mangroven, idyllische Strände und schnorcheln in Korallenriffen. Wir dringen vor in tropische Kalksteinhöhlen und gleiten auf Booten durch Flusslandschaften. Wir wandern in Trockenwäldern, sogenannten Kerangas, und immerfeuchten epiphytenreichen Bergregenwäldern. Wir erkunden die beeindruckenden Dipterocarpaceen-Wälder, in denen die Bäume bis zu 85 m Höhe erreichen. Wir suchen die größte Blüte auf Erden, die nach Aas riechende Rafflesia, und werden Millionen von Fledermäusen bei ihrem abendlichen Aufbruch zusehen. Wir erkunden das nächtliche Leben im Regenwald und beobachteten Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum. Wir kommen den Einheimischen näher und erfahren vieles über ihr Leben. Wir werden uns von der ausgezeichneten asiatischen Küche kulinarisch verwöhnen lassen. Und natürlich probieren wir die Stinkfrucht „Durian“ und andere tropische Früchte.

Orang Utan – der Waldmensch auf Borneo

Im Zuge unserer Borneo-Reise haben wir oftmals die Gelegenheit Orang-Utans zu sehen, vor allem am Kinabatangan-Fluß und im Danum-Tal. Orang-Utan bedeutet auf Malaiisch „Waldmensch“. Anders als ihre nahen Verwandten, die Gorillas, Schimpansen oder Bonobos in Afrika, sind die Waldmenschen Einzelgänger und ausschließlich Baumbewohner. Sie haben ein festes Territorium – männliche Tiere (bis 90 kg Gewicht) bis ca. 50 km2 Größe, die weiblichen Tiere (bis 50 kg Gewicht) ein viel kleineres - in denen die obligaten Vegetarier vor allem Früchte, Blätter und Rinden fressen. Sie spielen daher im Ökosystem Regenwald als Samenverbreiter eine wichtige Rolle. Während der alle 2 bis 10 Jahre vorkommenden Mastjahre in DipterocarpaceenWäldern können sie weit mehr Nahrung (Früchte) als üblich zu sich nehmen. Diese wird als Fettvorrat für Zeiten des Nahrungsmangels angelegt. Diese Veranlagung dürfte ein Grund dafür sein, warum Orang-Utans in Gefangenschaft, bei laufend ausreichender Nahrungsversorgung zur Verfettung neigen.

Sie sind im Vergleich zu den anderen Primaten ausgesprochene Vielschläfer! Zu Mittag und in der Nacht ruhen die Tiere. Am frühen Vormittag und späten Nachmittag sieht man sie auf Nahrungssuche in den Baumkronen herumturnen. Bricht die Nacht herein, gestalten sie sich aus Ästen und Blättern ein Nachlager hoch oben in den Baumkronen, welches jede Nacht neu gebaut wird. Die Jungtiere bleiben bis max. 8 Jahren bei der Mutter und suchen sich danach ein eigenes Revier. Männliche Tiere wandern in dieser Zeit herum. Weibliche Tiere bringen in ihrem Leben (Lebenserwartung ca. 50 Jahre) 2-3 Jungtiere zur Welt. Die typischen sekundären Geschlechtsmerkmale der männlichen Tiere wie Wangenwülste und Kehlsäcke erscheinen erst viel später, ungefähr zwischen dem 15. und 20. Lebensjahr. Das Auftreten dieser Merkmale hängt oft mit der Etablierung eines eigenen Reviers oder mit der Abwesenheit anderer Männchen zusammen. Gelingt es ihnen, ein eigenes Territorium zu errichten, bilden sich diese Merkmale schnell, oft innerhalb weniger Monate aus.

Orang-Utans sind sehr intelligente Tiere, wie Untersuchungen an der 20 Jahre alten Orang-Utan Chantek im Zoo von Atlanta (US-Staat Georgia) zeigten bzw. kreativ wie das Orang-Utan-Weibchen Nonja im Zoo Schönbrunn. Im Gegensatz zur freien Natur, wo nur selten Werkzeuggebrauch vorkommt, lässt sich bei Tieren in Gefangenschaft häufig die Verwendung von Werkzeugen beobachten. Sie schaffen es auch, knifflige Problemstellungen zu lösen, etwa eine mit Schnallen verschlossene Schachtel zu öffnen, in der sich eine reife Frucht befindet.

Ihre Intelligenz, Geschicklichkeit und Kraft befähigt sie außerdem dazu, nachlässig konstruierte Sicherheitsmechanismen in Zoos zu überwinden und aus Gehegen auszubrechen.

Orang-Utans können in freier Wildbahn an die 100 Pflanzenarten differenzieren und entsprechend nutzen. Sogar Heilpflanzen werden bei Bedarf verwendet, wie etwa eine Tagblumenart (Commelina sp.) die eine entzündungshemmende Wirkung hat.

Vorkommen und Gefährdung: Nach neuesten Untersuchen gibt es drei Orang-Utan-Arten. Zwei leben auf Sumatra (Pongo abelii & Pongo tapanuliensis)) und eine Art auf Borneo (Pongo pygmaeus). Sie leben von Meeresniveau bis 1.500 m Seehöhe, vor allem in Sumpfgebieten und Dip te roca rpaceen - Wälde rn. Das Verbreitungsgebiet der Orang-Utans ist seit dem Pleistozän (Eiszeit) stark zurückgegangen. Heute sind alle drei Arten stark bedroht, vor allem auf Grund der Zerstörung ihres Lebensraumes. Noch immer werden natürliche Waldgebiete auf Sumatra und Borneo in Ölpalmenplantagen umgewandelt. Laut Literatur ist die Bejagung Orang-Utans von Ureinwohnern im Inneren Borneos ebenso eine Bedrohung, da ihr Fleisch gegessen wird. Jungtiere werden immer wieder gefangen und als Haustiere verkauft. Einer Schätzung aus dem Jahr 2002 zufolge werden wöchentlich zwei Tiere aus Borneo herausgeschmuggelt. Da Orang-Utans im Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) gelistet sind, sind solche Praktiken natürlich illegal. Waldmenschen erkranken zudem auch an Krankheiten des Menschen wie Hepatitis, Cholera, Malaria und Tuberkulose, die beispielsweise durch Kontakte in Nationalparks mit Wildhütern und Touristen übertragen werden.

In Sabah und Sarawak (Borneo) gibt es einige Orang-Utan-Wiederansiedlungsprojekte, wie z.B. den Semenggoh Wildlife Park Nähe Kuching, den wir zu Beginn unserer Reise besuchen werden.

Unser Tipp: Besuchen Sie die Orang-Utans im Zoo Schönbrunn! Bei Interesse können wir gerne eine Sonderführung organisieren.


Reiseverlauf


1. Tag.

Flug Wien - Kuala Lumpur.

2. Tag.

Ankunft und Weiterflug nach Kuching, Stadtrundgang.

3. Tag.

Besuch der Orang-Utan-Station Semenggoh und eines Langhauses.

4. Tag.

Bootsfahrt in den NP Bako und Exkursion (Küste und Trockenwald).

5. Tag.

Exkursionen im NP Bako.

6. Tag.

Bootsexkursion in den Mangroven und Fahrt nach Kuching.

7. Tag.

Flug nach Mulu (UNESCO Welterbe), nachmittags Deer- und Lang Höhle, Beobachtung des Fledermaus-Auszuges.

8. Tag.

Bootsfahrt zu Penan (Waldmenschen), zur Clearwater- und Wind Höhle, Nachtexkursion.

9. Tag.

Wanderungen über Hängebrücken im Regenwalddach. Nachmittag frei.

10. Tag.

Flug nach Kota Kinabalu und weiter nach Kundasang.

11. Tag.

Exkursion im Bergregenwald vom Mount Kinabalu NP, Besuch einer Teefabrik.

12. Tag.

Exkursion nach Poring (Rafflesia) und weiter nach Kinabatangan (Nachtexkursion).

13. Tag.

anzer Tag in Kinabatangan – Bootsexkursionen am Fluss (tierreich).

14. Tag.

Morgenbootsexkursion, danach Fahrt über Lahad Datu (Ost-Sabah) nach Danum Valley (tropischer Tieflandregenwald – viele Tiere), Nachtexkursion.

15. Tag.

Morgenexkursion, Wanderung zum Wasserfall und Nachtsafari.

16. Tag.

Sonnenaufgang über Danum Valley. Flug nach Kota Kinabalu.

17. Tag.

Bootsexkursion, Baden und Schnorcheln im Meeresnationalpark Tunku Abdul Rahman.

18. Tag.

Besuch des ethnografischen Freilichtmuseums Mari Mari, abends Abflug nach Kuala Lumpur.

19. Tag.

Rückflug nach Wien.

Änderungen vorbehalten!

Reisepreis:

ca. EUR 4.700,-- im DZ pro Person.
Einzelzimmerzuschlag: EUR 390,--
Teilnehmerzahl: 12 - 16 Personen - wenige Restplätze

Inkludiert sind:

Flug Wien - Kuala Lumpur und retour, alle Inlandsflüge, Übernachtungen in guten bis sehr guten Hotels, Vollverpflegung, alle Eintritte, alle angegebenen Exkursionen, alle Führungen und viel mehr.
Nicht inkludiert sind Trinkgelder.

Reiseleitung:

Dr. Werner Huber

Anmeldung und Information:

Wenn Sie sich zu einer Reise anmelden möchten, so können Sie hier das Anmeldeformular downloaden. Bitte senden Sie es uns ausgefüllt und unterschrieben an uns. Danke im vorhinein für Ihr Interesse.

Naturreisen OG

Dr. W. Huber & Dr. A. Weissenhofer
Zentrum für Botanik der Universität Wien
Rennweg 14, 1030 Wien, Tel. 0043 1 4277 57420
E-mail: naturreisen.botanik@univie.ac.at